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Nachdenklich sitzen der alte Mann und die Frau auf dem Flur des Seniorenheims Barmstedt/Rantzau. „Heute entscheiden sie, wie´s mit dem Haus hier weitergeht“, sagt er zu ihr. Und soll Recht behalten: Im Tagungsraum nebenan beschließt die Verbandsversammlung am Mittwochnachmittag unter Ausschluss der Öffentlichkeit, die Kostenstruktur des Heims „in wesentlichen Teilen zu senken“. Kurz- und mittelfristig sollen vor allem die Personalkosten – sie machen etwa 75 Prozent der Gesamtkosten aus – sinken.
Das Seniorenheim schreibt seit 2003 trotz fast vollständiger Auslastung rote Zahlen. Auf Basis des Gutachtens einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft soll der Verbandsvorsteher, Bürgermeister Nils Hammermann, jetzt „umgehend ein Personalkonzept erarbeiten“. Bis zum 31. Dezember soll er außerdem prüfen, ob eine andere Form der Trägerschaft möglich ist – etwa Kooperationen –, und ob ein Neubau sinnvoll ist. Das Konzept steht unter dem Vorbehalt, dass die Rechte der Mitarbeiter mittels eines Sozialplans gewahrt werden.
Vor allem der Bilsener Bürgermeister Rainer Ute Harms dürfte mit dem Beschluss zufrieden sein: „Jetzt fängt es an, Konturen anzunehmen“, sagte Harms im Gespräch mit unserer Zeitung. Vor acht Jahren habe er erstmals angemahnt, dass sich in Sachen Seniorenheim etwas tun müsse. „Sonst hätten wir es irgendwann gegen die Wand gefahren. Und damit wäre den Mitarbeitern erst recht nicht gedient gewesen.“ Bilsen und Klein Offenseth-Sparrieshoop hatten aus dem Verband austreten wollen. Das war ihnen jedoch verweigert worden.
Hammermann war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Ab wann und um wieviel Prozent die Personalkosten sinken sollen, stehe noch nicht fest, erklärte stellvertretend Pressesprecher Hinnerk Goos. Auch Pflegedienstleiterin Gisela Rokitta war nicht zu sprechen: Sie befindet sich im Urlaub.
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