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Die meisten Bürgermeister halten von der Aktion jedoch nichts. "So einen Quatsch mache ich nicht mit", erklärte Rainer Ute Harms (Bilsen). Dass das Land sich jetzt zurückhole, was es einst den Kommunen als Zuschuss zur Verfügung gestellt habe, sei in Ordnung. "Das ist richtig, weil ansonsten unsere Kinder auf den Schulden sitzen bleiben würden." Statt auf halbmast zu hissen, "sollte man Hosianna rufen", so Harms. In der Sache sieht es Wolfgang Mohr (Bokholt-Hanredder) genau so. "Der Landeshaushalt muss saniert werden, deswegen bleiben die Flaggen unten", sagte er.
Doch ob sie mit dem Verhalten Kiels einverstanden sind oder nicht: Viele Bürgermeister sind schon aus Pietät gegen die Aktion. "Damit würden wir uns lächerlich machen. Halbmast hat einen seriösen Hintergrund", sagte Reimer Offermann (Heede). "Da könnte ich mir auch einen Trauerflor ans Revers heften, und wenn dann ein echter Trauerfall eintritt, nimmt das niemand mehr ernst." Auch "wenn es um viel Geld geht - halbmast bedeutet etwas anderes", befanden auch Siegfried Winter (Brande-Hörnerkirchen) und Willi Hachmann (Bullenkuhlen).
Verhandlungen seien angebrachter als Proteste, erklärte Johann Hachmann (Bevern). Dass die Beflaggung wenig bringt, befürchtet auch Fuhlendorf. "Wir sollten lieber noch einmal alle nach Kiel fahren und dort Druck machen." Die Flagge bleibt trotzdem: "Irgendwie muss unsere Haltung ja deutlich werden."
Kuriose Situation in Westerhorn: "Wir hätten aus Solidarität mitgemacht", sagte Bürgermeister Bernd Reimers. "Denn wenn man uns an die Substanz geht, hat das auch was mit Trauer zu tun." Allerdings: Die Aktion sei so kurzfristig bekannt gegeben worden, dass das Flaggen-Hissen nicht mehr zu organisieren gewesen sei. In der Nachbargemeinde Osterhorn dagegen wäre auch bei gutem Willen kein Protest möglich: Es gibt dort keine Flaggenmasten.
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