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Hamburger Abendblatt - am 6. Februar 2007  
Starenkästen:
Neues Überwachungssystem - Polizei zieht positive Bilanz
Mit sieben fest installierten Anlagen und einem Mobilgerät wurden im vergangenen Jahr 45 560 Raser ermittelt.

Kreis Pinneberg - Es gibt Fotos, die sind unvorteilhaft - und teuer. Diese Erfahrung machten voriges Jahr 9096 Autofahrer. Sie wurden "Opfer" der im Mai in Betrieb genommenen "Starenkästen", von denen sieben im Kreis lauern (siehe Info-Kasten). Die erste Jahresbilanz des neuen Überwachungssystems, das aus fest installierten Anlagen sowie einem mobilen Gerät besteht, fällt laut Polizei positiv aus.

Seit Juli 2005 gehen Polizei und Kreis gemeinsam auf die Jagd nach Temposündern, voriges Jahr wurde die neue Technik geliefert. "Wir sind jetzt mobiler und können gezielter Brennpunkte kontrollieren", so Jens-Uwe Friedrichsen, Chef des Bezirksreviers Pinneberg.

Durch die "Starenkästen", die abwechselnd scharf geschaltet sind, wurden 416 000 Fahrzeuge gemessen. Von den 8096 dokumentierten Temposündern mussten die meisten, nämlich 8589, ein Verwarngeld "berappen". Sie waren bis zu 20 Stundenkilometer zu schnell.

420 Fahrzeuglenker wurden mit mehr als Tempo 70 geblitzt. Sie sahen sich mit einer Bußgeldzahlung sowie einer Punktegutschrift in Flensburg konfrontiert. Und 87 Raser traf es noch härter: Sie mussten ihren Führerschein gleich einen oder mehrere Monate abgeben.

Spitzenreiter war ein Autofahrer, der mit Tempo 113 durch Bilsen "bretterte". Die dortige Anlage ist am profitabelsten: Dort wurden nicht nur die meisten Sünder ertappt, sondern auch 50 der 87 Fahrverbote ausgesprochen.

Eine erstaunliche Zahl - schließlich sind die Anlagen nicht versteckt. "Bei Tageslicht sind die gut zu sehen", so Friedrichsen. Es handele sich nicht um Abzocke, sondern um Erhöhung der Verkehrssicherheit. Weil die "Starenkästen" nur eine Richtung abdecken können, kommt an Tagen, wenn die Geräte nicht scharf geschaltet sind, in der Nähe der Standorte auch die mobile Anlage zum Einsatz.

Mit diesem Gerät wurden 2006 insgesamt 432 Kontrollen mit 816 000 gemessenen Fahrzeugen absolviert. Die Bilanz: Es wurden in 34 641 Fällen Verwarngelder verhängt und 1793 Bußgeldverfahren eingeleitet. 225 Temposünder mussten ihren "Lappen" abgeben. Zum Vergleich: 2005 fanden lediglich 373 mobile Kontrollen statt. Weil die Standorte zumeist an viel befahrenen Straßen lagen (hier stehen jetzt die "Starenkästen"), wurden 841 000 Fahrzeuge gemessen. Bilanz: 210 Fahrverbote.

Von Arne Kolarczyk

erschienen am 6. Februar 2007

 

Achtung, hier kann es teuer werden
Die "Starenkästen" stehen an folgenden Standorten:
  • Die L 99 zwischen Hamburg und Rellingen (Egenbüttel).
  • Die L 76 zwischen Quickborn und Borstel-Hohenraden (etwa auf Höhe "Schützenhof").
  • Die B 4 zwischen Quickborn und Bad Bramstedt, Standort ist Bilsen (etwa auf Höhe der "Bilsener Mühle").
  • Die parallel zur Autobahn A 23 verlaufende L 113, die Anlage ist in Klein Offenseth-Sparrieshoop an der Rosenstraße aufgebaut.
  • Die L 107 (Betonstraße) - geblitzt wird in Heidgraben./li>
  • Die L 75 zwischen Barmstedt und Heede - Standort der Anlage ist in Heede in Richtung Barmstedt
  • Bokholt-Hanredder, im Ortsteil Voßloch.

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erschienen am 6. Februar 2007

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