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Pinneberg/Elmshorn. Die 721-Seelen-Gemeinde Bilsen ist für Autofahrer, die gern etwas schneller als erlaubt unterwegs sind, das mit Abstand gefährlichste Pflaster im Kreis Pinneberg. Diese Erfahrung haben 50 Verkehrsteilnehmer im vergangenen Jahr machen müssen. Sie wurden von dem an der Bundesstraße 4 installierten Starenkasten geblitzt und mussten ihre Führerscheine abgeben. Zum Vergleich: Am Starenkasten in Borstel-Hohenraden war gerade ein Autofahrer so schnell, dass ihn das die Fahrerlaubnis kostete. Das geht aus einer Statistik der Polizei, rund ein dreiviertel Jahr nach dem Installieren der Geräte hervor. Insgesamt erwischte die Polizei im vergangenen Jahr 45 443 Mal Autofahrer die zu schnell unterwegs waren und kassierte 312 Führerscheine ein.
9009 Mal blitzte es an den sieben im Kreis Pinneberg aufgebauten Starenkästen im vergangenen Jahr. 8589 Autofahrer kamen mit einem Verwarnungsgeld davon. Sie hatten die erlaubte Höchstgeschwindigkeit um maximal 20 Kilometer überschritten. Dafür wurden sie mit bis zu 35 Euro zur Kasse gebeten. Wer schneller unterwegs war, bekam eine Anzeige. Das war bei 420 Verkehrsteilnehmern der Fall. 87 davon waren statt der erlaubten 50 Stundenkilometer mindestens 81 gefahren. Sie wurden unfreiwillig für mindestens einen Monat zu Fußgängern, weil die Polizei ihnen zur Strafe für die Raserei den "Lappen" abnahm. Der Schnellste hatte 113 Stundenkilometer auf dem Tacho. Er musste sogar drei Monate (mindestens 61 Kilometer zu schnell) ohne Führerschein auskommen.
Die sieben Starenkästen wurden im Mai des vergangenen Jahres installiert, um mehr Möglichkeiten für den Einsatz der mobilen Messstation zu haben. Polizei und Kreisverwaltung, die seit Anfang 2006 die Geschwindigkeitsüberwachung gemeinsam machen, erhofften sich davon kreisweit einen Rückgang der Raserei und so mehr Sicherheit für die Bürger. Offensichtlich ist das eingetroffen: "Es gibt gegenüber den Anfängen einen deutlichen Rückgang von Feststellungen", sagte Jens-Uwe Friedrichsen, Chef des Pinneberger Bezirksreviers. 416 000 Fahrzeuge wurden von den sieben Starenkästen, von denen stets nur einer scharf geschaltet ist, erfasst. Rund 2,2 Prozent (9009) der gemessenen Wagen waren zu schnell.
Eine größere Anzahl rasanter Fahrer wurde mit dem mobilen Messgerät erwischt: 816 832 Autos wurden gemessen: 34 641 Mal gab es Verwarnungsgelder. Gegen 1793 Verkehrsteilnehmer wurde ein Bußgeldverfahren eingeleitet, 225 von ihnen mussten ihre Führerscheine abgeben. Im Jahr 2005 hatte die Polizei 210 Lappen eingesammelt. Da gab's noch keine Starenkästen.
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