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Richard Bestmann wuchs in Bilsen auf. Als 18-Jähriger wurde er zum Arbeitsdienst in Ostpreußen eingezogen. "Bei 30 Grad Minus mussten wir Stacheldraht einrollen", erinnerte er sich. Der Krieg verschlug ihn an die Ostfront, wo er in die Kesselschlacht von Demjansk geriet. Am 20. Juli 1944 traf ihn der "Heimatschuss". Das Kriegsende erlebte er in Dänemark, von wo aus er zu Fuß nach Hause marschierte.
Nach dem Krieg arbeitete Bestmann als Landwirtschaftsgehilfe bei Bauer Mohr in Lutzhorn. Dort traf er Maria Scharff, die bei Mohr in Stellung war und den Hof mit führte. Als älteste von zwölf Geschwistern hatte sie früh mit anpacken müssen. "Langeweile und Luxus waren Fremdwörter für mich", erinnerte sich Maria Bestmann.
1947 wurde das Paar von Pastor Abbo Beine in der Heiligen-Geist-Kirche getraut - in geliehenem Brautkleid und Anzug. "Die Eheringe hatten wir aus geschmolzenen Kaiser-Wilhelm-Talern anfertigen lassen", berichtete das Paar.
Als gelernter Milchkontrolleur fuhr Richard Bestmann morgens und abends Bauernhöfe an. Seine Ehefrau arbeitete in der Schokoladenfabrik in Quickborn. Später leiteten beide 28 Jahre lang die Bilsener Postfiliale in ihrem Haus. Gartenbewirtschaftung und Tierhaltung ermöglichten ihnen eine nahezu vollständige Selbstversorgung.
Zum Eintritt ins Rentenalter gönnten sich Bestmanns ein Wohnmobil, mit dem sie jährlich wochenlang in Europa unterwegs waren. Das "diamantene Paar" hat einen Sohn, zwei Enkel und zwei Urenkel. Mit letzteren fahren sie jedes Jahr über Weihnachten in eine Ferienanlage in die Lüneburger Heide.
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