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Die Geschichte von Bilsen

Bilsen - ein Hamburger Klosterdorf ist über 850 Jahre alt

Eine interessante Geschichte hat unsere kleine Gemeinde Bilsen im Kreis Pinneberg. Das etwa 736 Einwohner zählende Dorf liegt an der alten Bundesstraße 4 nördlich von Quickborn. So klein die Gemeinde ist, so bewegt ist doch ihre Geschichte.

 

Steinzeit

In Bilsen findet sich das größte Hünengrab Schleswig-Holsteins (Dreebargen) und in unmittelbarer Nachbarschaft (früher zu Bilsen gehörig) liegt ein größeres Hünengräberfeld (Süllberge). Diese Gräber aus der Bronzezeit, wovon noch eine ausgezeichnet erhaltene Urne im schleswig-holsteinischen Landesmuseum zeugt, macht deutlich, daß das Gebiet um Bilsen schon in der Bronzezeit Siedlungsgebiet von Menschen war.

 

Urkundlich erwähnt wird Bilsen aber erst im Jahre 1148. In einer Kopie einer Kopie einer Urkunde Heinrich des Löwen wird von einem "Marcradus de Bilsele" berichtet. Also war Bilsen Sitz eines angesehenen Adelsgeschlechtes, das über hundert Jahre Bilsen beherrscht haben muß, denn es wird 1279 noch einmal im Zusammenhang mit Barmstedt erwähnt. Aus diesem Jahr stammt die erste Originalurkunde, in der Bilsen als "Bilsen" erwähnt wird.

 

Nachdem damals "Normannus de Bilsen" gestorben war, wurde das Dorf an "Margarete zu Barmstede" verkauft. Im Jahre 1340 gehörte Bilsen dann wenigstens teilweise einem Claus von Wedel, der es wiederum an Wedekind von Hamme verkaufte. Dessen Söhne Henneke und Friedrich vererbten es an die Schwester Gertrud, welche mit "Henning von Alversloh", genannt von Caden, verheiratet war. Der lebte auf dem Gut Kaden, auf dem heute die internationalen Deutschen Golfmeisterschaften ausgetragen werden.

 

Alt Bilsen

 

Im Jahre 1385 verkaufte Henning von Alversloh das Dorf Bilsen an das Kloster Harvestehude zum Preis von 600 hamburgischen Münzen. Das katholische Nonnenkloster Harvestehude wurde 1530 im Verlauf der Reformation zerstört und die Konventualinnen verjagt.

 

Die inzwischen zum evangelischen Glauben übergetretenen Nonnen sammelten sich wieder und fanden 1531 im St. Johannis Kloster eine neue Heimstätte. Hier lebten sie in Form eines Damenstiftes, dem auch die ehemaligen Besitzungen (wie Bilsen) zugesprochen wurden.


Die Klosterdamen feierten durchaus fröhliche Feste in Bilsen und selbst Hamburger Ratsherren und Bürgermeister waren in dem kleinen Dorf zu Gast. So ist anzunehmen, daß in Bilsen zeitweilig auch über das Wohl und Wehe der großen Hansestadt im Süden des Dorfes entschieden wurde. Das Hamburger Kloster konnte auch die Gerichtsbarkeit über die Dorfbewohner ausüben.


Erst im Jahre 1803 kommt Bilsen nach der Aufhebung des Hamburger Domkapitels durch Tausch gegen Alsterdorf unter dänische Herrschaft und wird der Waldvogtei Pinneberg zugeschlagen. Später gehörte es zum Amt Hemdingen und nach dem Krieg zum Amt Rantzau.

 

Wappen Im November 1977 hat Bilsen ein Wappen bekommen, die einzelnen Symbole haben die folgende Bedeutung:

In Silber ein blaues Lilienkreuz  Das besonders attraktive Kreuz wurde deswegen gewählt, weil die Lilie eines der zahlreichen Symbole Marias als Patronin von Harvestehude war, dem Kloster, zu dem Bilsen gehörte. Der rote Querbalken symbolisiert die Bundesstraße 4. Diese mitten durch Bilsen führende Straße ist die Nachfolgerin der ersten in Schleswig-Holstein gebauten Kunststraße. Ein grünes Eichenblatt.  Es symbolisiert den Bilsener Wohld. Die Eiche gilt als der typische Baum des früheren Waldes (die Schweine wurden in die Eichelmast getrieben).

 

In dem etwa 620 ha großen Dorf gibt es heute 736 Einwohner und 330 Haushalte. Es gibt nur noch fünf Vollerwerbslandwirte aber in der Gemeinde befinden sich die weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannten Betriebe: Romantikhotel Jagdhaus Waldfrieden; Schadenspartienhandel Willi Mohr und die Baumschule Jungpflanzenbetrieb Kordes sowie das Pferdezentrum Fister. Bilsen beherbergt noch den Gasthof mit Hotelbetrieb "Zur Bilsener Mühle" und eine Zweigstelle der Raiffeisenbank Henstedt-Ulzburg.

 

Postkarte

 

Es ist ein kleines blühendes Dorf mit einer gesunden Wirtschafts- und Finanzkraft. Bilsen hat ein Wappen, hat eine eigene Fahne, es gibt eine Chronik der Gemeinde und einen zweiten Band (Geschichte eines Klosterdorfes - von Hans Dössel).

 

Wenn es die Finanzen der Gemeinde erlauben, sollen die Gemeinderatsprotokolle von 1876 bis heute als dritter Chronikband gedruckt werden. Im August 1998 hat die Gemeinde im Rahmen eines Festwochenendes ihr Jubiläum gefeiert.

 

Alle Veranstaltungen von Vereinen und Verbänden wurden über das ganze Jahr unter das Motto: "850 - Jahre Bilsen" gestellt. Viele Kreisverbände hielten ihre Jahresversammlung in Bilsen ab, um so ihre Verbundenheit mit der Gemeinde auszudrücken.